groß kocht er auf, klein wird er geschrieben... herzlich willkommen beim restaurant franz
home speisen getränke specials presse wir galerie anfahrtsplan
beitrag von radio stephansdom /20.april

gastwirtschaft „franz“

groß kocht er auf, klein wird er geschrieben, der herr franz, patron und seit über 4 Generationen wirt, gast und ein liebenswerter mensch mit einem humor, den man schon erkennen und verstehen muss, flankiert von seiner lebensliebe frau uschi, die an den tischen perfekt agiert!

ja, geboren ist der herr „franz“ im grünen alsergrund. küchentechnisch werkelte er jahre lang bei seinem vater im legendären „wickerl“ in der porzellangasse. bis 2008 führte er das weinhaus arlt im 17ten (7300 Tage lang). nach einer kurzen ruhepause packte es ihn wieder, ein echtes beisl zu betreiben. mitten in der ganslzeit sperrte er das urige alteingesessene „hummer“ in der florianigasse auf. franz marchhart kochte mit voller konzentration, mit einer ländlichen hingabe zu seinen geliebten produkten, zum rindvieh, wilden tieren, und ein liebkind des meisters der bodenständigkeit sind allemal die innereien. dies wird auch am mittagsteller oder in den menüfolgen zelebriert, so konnte ich mir ein rahmherz am gaumen zergehen lassen, das in den letzten jahren zu den bestgelungensten zu zählen ist!

klassiker, die richtig ehrlich munden, sind: die kuttelflecksuppe, etwas schärfer, die langsam gegrillte garnelen auf krautfleckerln, der lauwarmer kalbskopf mit steirischem viagra (kernöl) mit paprikavinaigrette, großartige glacierte nierdln vom kalb auf rieslingrisotto! oder aktuell der herbsttraum: gebratenes gansl oder weideente mit gebratenem apfel, erdäpfelknödel, rotkraut oder warmem speckkrautsalat, da war noch ein gekochtes schulterscherzel vom zickentaler moorochsen mit rösti, frisch gerissenem kren, gemüsejullien, und dem schon in vergessenheit geratenen markknochen mit getoastetem schwarzbrot, fein und g´schmackig kam das aus der küche.

toptipp: kalbsbeuschl mit knödel, das respekt verdient.
(der wirt versprach mir, dass es zu ostern ein frisches beuschl vom kitz geben wird, bitte gleich vormerken)!
in der schwimmenden genussfolgeauflistung finden man: einen alpensaibling oder reinanke aus dem attersee mit zitronenbutter, erdäpfel und gesundem, grünen blattsalat.
sowie das bio-lamm aus kukmirn: von lammwurst über stelzen, innereien und lammgulasch mit frischen fisolen und braterdäpfel, einfach großartig. dazu eine kleine feine auswahl aus dem rot-weiss-roten weinland zwischen spitz und spielfeld, sowie ausgesuchtes aus spanien, italien und frankreich zu sehr christlich bürgerlichen achterl - preisen.

raucher haben gleich im ersten raum und barbereich genügend platz, die, die es schon geschafft haben, keinen aschenbecher mehr zu benötigen, sie speisen, lachen und diskutieren im hinteren, hellen stüberl. auch der stammkellner des letzten besitzers wurde ins serviceteam aufgenommen, namens herr karl! frau uschi empfängt die gästeschar gekonnt und überzeugt mit einem lächelbogen der gutbürgerlichen gastlichkeit. man fühlt sich wohl, richtig wohl, und das i“ss“t auch das ziel des „franz“, eine kulinarischen bereicherung in der josefstadt zu werden oder eigentlich schon zu sein.

fazit: gelebte beislkultur, rindfleischspezialitäten, innereien-klassiker und frisches piestinger vom zapf machen dieses wirtshausjuwel zu einem feinen tipp.

autor: max-von-merlot